Just another Friday

Der Black Friday ist Gesprächsthema Nummer eins, alle machen einen Riesen Aufruhr drum, egal ob dafür oder dagegen. Warum tun wir einfach nicht so, als wär das ein ganz normaler Freitag, so wieder jeder andere. Warum drehen wir nicht einfach ein Stück Geschichte zurück, lassen die US Amerikaner ihren Thanksgiving feiern und sich am Tag darauf meinetwegen die Köpfe in der Mall einschlagen. Alle Welt wettert gegen die Amerikaner und ihren konsumorientierten Lebensstil, aber  wenns hart auf hart kommt tun wir so als wär der cyber monday auf amazon das Schönste was uns auf dieser Welt passieren könnte. Uns geht´s so gut, jeder hat im Schnitt ein Auto vor dem Haus stehen, hat einen Fernseh, ein Smartphone, eine Anlage, zu viel Kleider im Schrank, genug Essen, Sicherheit, ein funktionierendes Gesundheitssystem, ein kostenloses Schulsystem… Warum übernehmen wir nicht den Grundgedanken des Thanksgiving und sind dankbar für das was wir haben, anstatt nur den Black Friday zu adaptieren und noch mehr Dinge zu kaufen, die wir eh nicht brauchen.

Lasst uns die Kraft des Konsumenten nicht vergessen, denn Angebot entsteht ja bekanntlich aus der Nachfrage. Je mehr Personen diesen wunderbaren Tag für einen Spaziergang in der Natur als durch die Einkaufspassage nutzen, desto mehr laufen wir gegen einen hype an, der wieder nur eine andere Beschäftigungstherapie dafür ist, sich nicht mit sich selbst und den essentiellen Dingen des Lebens zu beschäftigen.

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Dariadaria hat von heute bis Montag ihren Online Shop lahm gelegt. Danke für dieses Statement. Wer sich heute entschließt in ein reduziertes Fairfashionteil zu investieren, go for it, aber überlegt euch wirklich gut, ob ihr es wirklich braucht, ob ihr es gekauft hättet auch ohne Rabatt und ob ihr sowas nicht doch noch irgendwo im Schrank habt.

Buy less Choose Well Make it last. Bei Mia gibts eine Übersicht über „Faire“ Black Friday Angebote.

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// der Pulli ist 100% Kamelhaar geklaut von meiner Mama ursprünglich von HessNatur (nur zu empfehlen, das ist so weich und warm!)

// die Jeans kennt ihr schon aus diesem Post, ist ein altes Fairfashion Teil und schon über 3 Jahre alt.

// der Mantel ist aus der 2011er Kollektion von Marc´o Polo. Hab bei Marc´o Polo mal im Outlet gearbeitet, aber dann gekündigt, weil mir der CEO erklärt hat, dass sie die Organic Cotton shirts wieder aus dem Sortiment nehmen weils niemand juckt

// die Schuhe sind von Gabor, mit der Marke bin ich praktisch aufgewachsen. Durch eine KnieOP muss ich immer auf ein gutes Fußbett achten, und in Gaborschuhen flieg ich einfach. Ein Nachhaltigkeitsstatement der Marke könnt ihr HIER nachlesen

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Hello October – warum Slow Fashion mehr ist als Fair Fashion

Das ist wohl eines der Nachhaltigsten Outfits die ich je veröffentlicht habe – Warum? Die Bluse ist 2nd Hand, der Mantel 2nd Hand und die Hose 3 Jahre alt, der Gürtel 5 Jahre alt. Slow Fashion ist für mich in erster Hand nicht Fair fashion zu Konsumieren sondern seinen Konsum Minimal zu halten! Klar ist es toll, dass es immer mehr fair fashion labels gibt, aber widerspricht sich denn nicht das ständige konsumieren neu produzierter Teile mit dem Grundsatz Mode nachhaltig zu gestalten? Ich kann an einer Hand abzählen wie viel neue teile ich die letzten Zwei Jahre gekauft habe, weil ich gerade versuch all meine alten Sachen Stück für Stück ab- und auszutragen!

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Durchblick im Textilsiegeldschungel : Öko-Tex

Als ich kürzlich durch den Lidl marschiert bin, ist mir aufgefallen wie mittlerweile praktisch jedes Textile Produkt irgendein Öko-Tex label trägt. Heißt Öko hier wirklich noch Öko?  Kann man überhaupt einem Siegel vertrauen, dass ein 3.50€ T-Shirt bei einem Discounter trägt?

Zunächst muss man sich bewusst machen, dass Öko- Tex Siegel nicht gleich Öko-Tex Siegel ist. Es gibt super viele verschiedene Zertifizierungen und auch immer mehr Nachhaltige Extra Siegel.

Fangen wir bei den Basics an:

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STANDARD 100 by OEKO-TEX®

Dieses Siegel beinhaltet lediglich die Schadstoff-Prüfung der textilen Produkte. Ich sehe hier vor allem ein Problem in der Leichtigkeit dieses Siegel zu erreichen. Der Betrieb schickt lediglich Proben an das jeweilig zuständige Institut, das prüft und stellt eine schriftliche Konformitätserklärung für den Betrieb aus. Damit verpflichtet sich dieser, dass seine Artikel den Proben entsprechen. That´s it. Alle 3 Jahre findet dann noch eine angekündigte Kontrolle statt. In einer Färberei in Deutschland hat mir mal eine Mitarbeiterin gesagt, dass man das oeko-tex, welches in Deutschland ausgestellt wird tatsächlich sehr ernst nehmen kann, in anderen Ländern ist sie sich da nicht so sicher. Geprüft werden kann:

➔ Rohstoffe, Fasern, Filamente
➔ Garne, roh und veredelt
➔ textile Flächengebilde, roh und veredelt (gefärbt, bedruckt, ausgerüstet)
➔ konfektionierte Fertigprodukte
➔ textiles und nicht-textiles Zubehör

Leider wird hier teilweise eben nur vor Ort im Betrieb am fertigen Textil geprüft. Weiter geht der Standard 100 weder auf sozial Standards ein noch prüft er die Betriebsstätten der Textilindustrie auf Umweltfreundlichkeit und die daraus resultierenden Sozialverträglichkeit.

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STANDARD 1000 by OEKO-TEX®

Dieses Siegel prüft Betriebsstätten der Textilindustrie auf Umweltfreundlichkeit und die daraus resultierenden Sozialverträglichkeit. Dieses hat aber zur Voraussetzung, dass mindestens 30% der Gesamtproduktion Öko-Tex Standard 100 zertifiziert ist. Es geht auf Arbeitssicherheit, soziale Kriterien, Abwasserreinigung, Abluftemissionen und umweltfreundliche Abfallwirtschaft ein. Geprüft wird in jährlichen Audits.

OEKO_100_RGB_ENGLISH_LightboxImageSTANDARD 100plus by OEKO-TEX®

Erreicht ein Unternehmen beide Zertifizierungen, Öko-Tex 100 für all seine Produkte sowie Öko-Tex 1000 für alle beteiligten Produktionsstätten, so werden diese unter dem Siegel Öko-Tex 100plus zusammengefasst. Sprich, wenn es überhaupt ein Öko-Tex Standart Siegel gibt dem man einigermaßen Vertrauen schenken kann, ist es dieses hier! Man muss jedoch im Hinterkopf behalten, dass das erlangen der Zertifikate allgemein relativ leicht ist. HIER findet ihr einen guten Vergleich, welche Schadstoffe beispielsweise überhaupt geprüft werden.

 

Label_MiG_DE_302x168px_Image_302MADE IN GREEN by OEKO-TEX®

Dieses Zertifikat ist relativ neu und nach längerer Recherche wohl das „neue“ Standard 100plus. Es beinhaltet folgende Kriterien:

  • produziert aus Materialien die nach Standard 100 zertifiziert wurden
  • produziert in umweltfreundlichen Betrieben
  • produziert an sicheren und sozialverträglichen Arbeitsplätzen

Ein Plus für mich ist, dass man auf der offiziellen Homepage mit seiner Produkt -ID nachverfolgen kann, was und wo alles geprüft wurde. Wichtig ist aber hier wieder: Schadstoffe die Beispielsweise in der Baumwolle enthalten sind  können teilweise nicht nachgewiesen werden, weil sie eben durch die nachfolgenden Prozesse der Verarbeitung zum textilen Artikel eliminiert wurden. Das heißt. dass ein Öko-Tex zertifiziertes Teil noch lang nicht aus Bio Baumwoll o.ä. hergestellt wurde! Da muss man dann extra darauf Achten, wenn man die Produkt – ID eingegeben hat, ob auch der Rohstoff geprüft wurder oder nur das fertige Produkt. Außerdem sind die Kontrollen meist angekündigt und das Unternehmen kann sich entsprechend vorbereiten.

Solltet ihr also euch vermehrt dafür Interessieren was eure Kleidung für Zertifikate trägt, ist das Made in Green wohl ein guter, transparenter Anfang, für mich persönlich jedoch kein Ausreichendes Siegel! Es sind zu viel Lücken vorhanden! ( Am ehesten würde ich noch Öko-Tex Siegeln die durch das Hohenstein Institut in Deutschland geprüft werden vertrauen. )

Ein ausreichendes Siegel stellt für mich beispielsweise das GOTS Siegel dar. Dazu werde ich aber einen eigenen Post verfassen!